News aus Dermatologie, Allergologie und Phlebologie
| Diese Rubrik
befasst sich mit neuen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten
bei häufigen dermatologischen, allergologischen und phlebologischen
Krankheitsbildern. Diese Dienstleistung gestattet unseren Patientinnen und Patienten frühstmöglich von medizinischen Fortschritten zu profitieren. Erwähnt werden nur diagnostische und therapeutische Massnahmen, die auch praktisch in unserer Praxis oder in der Schweiz durchführbar sind, den strengen Kriterien der Schulmedizin genügen und finanziell tragbar oder aber kassenzulässig sind. |
· Spitze Kondylome im Anogenitalbereich können mit dem Immunstimulans Imiquimod (Aldara® 5% Crème) angegangen werden. Ein Behandlungsversuch bei planen Warzen im Gesicht kann sich lohnen. Hand- und Fusswarzen sprechen leider wesentlich schlechter an.
· Aktinische Präkanzerosen bzw. durch UV-Licht ausgelöste Präkanzerosen (= Krebsvorläufer) sprechen auf die Behandlung mit dem oben erwähnten Immunmodulator Imiquimod (Aldara® 5% Crème) ebenfalls gut an. Die bisherige Kältetherapie bzw. Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff (-196º C) wird bei ausgewählten Patienten und Patientinnen durch diese Behandlungsvariante ergänzt. Auch gewisse flach wachsende Basaliome (sog. Rumpfhautbasaliome) sind dieser Therapie zugänglich. Schliesslich liegen auch gute Erfahrungen bei der Behandlung von Säuglingshämangiomen (Blutschwämmchen) vor.
· Tacrolimus (Protopicsalbe® 0,03 und 0,1%), ein Medikament der japanischen Firma Astellas (Zusammenschluss von Yamanouchi Pharmaceutical und Fujisawa Pharmaceutical), ist ein neuer (sehr teurer) Immunmodulator, der insbesondere bei der Neurodermitis atopica Anwendung findet und die bisherigen "Kortisonsalben" ergänzt oder ersetzt.
· Pimecrolimus (Elidelcrème ®), ein Medikament der Firma Novartis, ist ein Konkurrenz- und Ergänzungspräparat zum oben erwähnten Tacrolimus. Die Wirkung ist etwas schwächer, aber die anfängliche Verträglichkeit auf der Haut etwas besser (weniger Brennen oder Jucken direkt nach Auftragen). Beide Medikamente haben sich daneben bei einer Vielzahl von weiteren Hautkrankheiten schon bestens bewährt.
· Aktinische Präkanzerosen bzw. durch UV-Licht ausgelöste Präkanzerosen (= Krebsvorläufer) werden mit gutem Erfolg photodynamisch (PDT = photodynamische Therapie) therapiert. Dabei wird ein Lichtsensibilisator (in der Schweiz z. Z. nur Metvix® auf der Haut gebräuchlich) während einigen Stunden auf der befallenen Haut belassen und die Läsionen anschliessend mit Rotlicht bestrahlt. Der guten Wirkung steht leider die starke Schmerzhaftigkeit der Bestrahlung gegenüber, die sich auch mit geeigneter Kühlung und Schmerzmitteln nur teilweise unterdrücken lässt. Auch gewisse flach wachsende Tumoren (Basaliome, intraepidermale Karzinome usw.) sprechen gut auf diese Behandlung an.
· Biologica (meist Zytokin- oder T-Zell-Hemmer) werden seit geraumer Zeit zunehmend bei der Psoriasis (= Schuppenflechte) und seltener auch bei andern Hautkrankheiten eingesetzt. Diese enorm teuren Medikamente, welche (in die Haut oder in ein Blutgefäss) gespritzt werden müssen (Jahreskosten zwischen 15 000 und 25 000 CHF), werden zur Zeit von den Herstellern enorm „gepusht“, eignen sich aber nur für wenige Patienten. Alefacept (Amevive®) ist zu wenig wirksam, Efalizumab (Raptiva®) zeigt beim Absetzen einen Rebound-Effekt, Etanercept (Enbrel®) benötigt zur Wirksamkeit häufig die höhere (und damit teurere) Dosierung und Infliximab (Remicade®) muss infundiert werden und hat das grösste Nebenwirkungspotential. Zu bevorzugen ist im Moment noch Adulimumab (Humira®). Künftig sind aber spezifischere Biologika mit kleinerem Nebenwirkungsprofil (Stichwort monoklonale Antikörper bzw. Hemmer von Interleukin 12/ 23) zu erwarten.