Praxis Prof. Dr. med. Rudolf A. Rupec
Facharzt Dermatologie FMH
Allergologie Abklärungen
CH-4500 Solothurn

Lasertherapie pigmentierter Muttermale

Diese Entfernungsmethode wird da und dort angeboten, meist von weniger qualifizierten Nicht-Dermatologen. In ganz besonderen Situationen können solche Behandlungen gerechtfertigt sein. Sie sollten aber Risiken und Nebenwirkungen genau kennen.

Vor der kritiklosen Entfernung von pigmentierten Muttermalen, sog. Naevuszellnaevi, wird heute eindringlich gewarnt. Naevuszellnaevi (= melanozytäre Naevi) bestehen aus einer Ansammlung von (in der Regel braunen) Naevuszellen, welche mit Melanozyten (Pigmentzellen) identisch oder beinahe identisch sind. Die Verdampfung dieser Muttermale mit dem CO2- oder Erbium-Laser verunmöglicht eine feingewebliche Untersuchung. Zudem können mögliche Rezidive - ausgehend von verbleibenden Zellen unterhalb des Hautniveaus - feingeweblich nur sehr schwer von echten Melanomen abgegrenzt werden (sog. Pseudomelanome). Schliesslich bestehen Hinweise darauf, dass durch Laserlicht geschädigte, aber nicht abgetötete Naevuszellen eher in Richtung Melanom (= bösartige Pigmentgeschwulst) entarten. Zu fordern ist deshalb allemal eine sorgfältige klinische und auflichtmikroskopische Beurteilung (allenfalls mit digitaler Speicherung) der besagten Naevi durch einen Spezialisten oder aber eine Totalexzision (= Herausschneiden).

 

Neben den oben erwähnten grundsätzlichen Bedenken (Risiken) sind noch folgende lokale Nebenwirkungen nach Laserbehandlung zu erwähnen:

· Im Bemühen möglichst sämtliche Nävuszellen (= alle pigmentierten Anteile) zu entfernen, ist man gezwungen, auch tiefliegendes Gewebe zu verdampfen. Daher sind verbleibende diskrete Niveauunterschiede bzw. Dellen (insbesondere im Stammbereich) nicht selten.

· In Zonen mit oft überschiessender Narbenbildung (Brust-, Schulter- und oberer Rückenbereich) kann trotz minimaler Hitzeschädigung durch den Erbium-Laser (= fünfmal geringer als beim klassischen CO2-Laser) eine mehrmonatige Nachbehandlung (der resultierenden Keloide) notwendig werden.

· In der Tiefe verbleibende Nävuszellen neigen dazu, sich (innerhalb von Wochen und Monaten) wieder zu vermehren, so dass gleiche Bezirke gelegentlich mehrfach abgetragen müssen, um ein befriedigendes Resultat zu erzielen.

Beachten Sie bitte noch folgende Punkte:

· Vor einer allfälligen Entfernung von Muttermalen (= Naevuszellnaevi) sollten diese (in jedem Fall) auflichtmikroskopisch beurteilt und der Befund digital gespeichert werden. Andere gutartige pigmentierte Läsionen wie etwa seborrhoische Keratosen (= Alterswarzen) oder Lentigines seniles (= Altersflecken) sind meist von blossem Auge erkennbar und erfordern keine auflichtmikroskopische Untersuchung.

· Beim Wiederauftreten von (gelaserten) Muttermalen sind aus den oben erwähnten Gründen Kontrollen unerlässlich.




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